Herkunft · Alpaka vs. Lama · Haltung · Charakter · Mythen · Tierwohl
Alles über Alpakas & Lamas
Für alle, die vor dem Besuch oder einfach aus Neugier mehr über diese besonderen Tiere erfahren wollen. Woher kommen sie? Was unterscheidet sie? Spucken sie wirklich? Und wie gehen wir mit unseren Tieren um?
Herkunft
Woher kommen Alpakas und Lamas?
Beide stammen aus Südamerika – genauer: aus den Hochanden von Peru, Bolivien und Chile. Dort leben sie seit Jahrtausenden als domestizierte Nutztiere. Die Inka schätzten Alpakas vor allem wegen ihrer feinen Wolle – einem der weichsten Naturmaterialien der Welt. Lamas dienten als robuste Tragtiere, die schwere Lasten über Bergpässe trugen, die für Pferde zu steil waren.
Heute gibt es weltweit rund 5 Millionen Alpakas. Die meisten leben immer noch in Südamerika – aber auch in Deutschland finden sie auf immer mehr Höfen ein Zuhause. Nicht als Nutztiere, sondern als Begleiter, die etwas mitbringen, das vielen von uns fehlt: Ruhe.
Alpaka vs. Lama
Was ist der Unterschied?
Die kurze Antwort: Lamas sind größer, Alpakas sind flauschiger. Ein Lama kann bis zu 130 kg wiegen und überragt ein Alpaka deutlich. Alpakas bringen es auf ca. 60–80 kg und wurden vor allem für ihre Wolle gezüchtet – Lamas für ihre Tragkraft.
Vom Charakter her sind die Unterschiede spannend: Alpakas sind eher vorsichtig und zurückhaltend. Sie nähern sich langsam, beobachten genau und brauchen Vertrauen, bevor sie jemanden an sich heranlassen. Lamas dagegen sind oft selbstbewusster und gelassener. Sie gehen auf Neues zu, wo Alpakas erstmal abwarten.
Bei uns auf dem Hof leben beide zusammen – und ergänzen sich wunderbar. Wer wandert, merkt den Unterschied sofort: Das Alpaka sucht Nähe, das Lama gibt Sicherheit.
Haltung
Wie hält man Alpakas und Lamas?
Beides sind Herdentiere – einzeln darf man sie nicht halten, das wäre Tierquälerei. Sie brauchen Gesellschaft, Weidegrund, einen zugfreien Unterstand und regelmäßige Pflege. Einmal im Jahr werden Alpakas geschoren – ihre Wolle wächst sonst endlos weiter und wird zur Last.
Was viele nicht wissen: Alpakas und Lamas haben keine Hufe, sondern Schwielensohlen. Deshalb sind sie besonders schonend für Böden und Weiden. Sie treten leicht auf, fressen langsam und hinterlassen die Landschaft fast so, wie sie sie vorgefunden haben. Genügsame Tiere, die wenig brauchen – außer Platz, Ruhe und Artgenossen.
Charakter
Wie ticken Alpakas und Lamas?
Ruhig. Neugierig. Feinfühlig. Alpakas reagieren auf Stimmungen – wer gestresst kommt, merkt das an der Distanz des Tieres. Wer ruhig bleibt, wird belohnt: mit Nähe, Vertrauen und manchmal sogar mit einem sanften Summen, das wie ein Schnurren klingt.
Lamas sind oft mutiger. Sie gehen auf Fremde zu, wo Alpakas erstmal abwarten. Beide Tierarten sind intelligent, haben ein gutes Gedächtnis und zeigen deutliche Persönlichkeitsunterschiede. Manche unserer Tiere sind kontaktfreudig, andere eher schüchtern. Manche laufen immer vorneweg, andere brauchen jemanden, der ihnen den Weg zeigt. Genau wie Menschen.
Mythen
Spucken Alpakas wirklich?
Ja – aber in der Regel nur untereinander. Alpakas spucken, um Rangordnung zu klären oder um zu sagen: Lass mich in Ruhe, ich war zuerst am Futter. Menschen werden so gut wie nie angespuckt. Es sei denn, man steht zwischen zwei Tieren, die gerade etwas klären – dann kann es passieren. Deshalb: ein Schritt zur Seite, und alles ist gut.
Und nein: Man kann nicht auf Alpakas reiten. Sie sind dafür nicht gebaut – ihr Rücken würde das nicht aushalten. Lamas sind stärker, aber auch sie sind keine Reittiere.
Und: Alpakas kuscheln nicht. Sie sind keine Plüschtiere und keine Hunde. Aber wenn ein Alpaka sich freiwillig neben euch stellt und leise vor sich hin summt – dann wisst ihr, dass ihr etwas richtig gemacht habt.
Unser Verständnis
Wie wir mit unseren Tieren umgehen
Unsere Alpakas und Lamas sind keine Kuscheltiere. Sie sind keine Requisiten für Instagram und keine Attraktion für Wochenendtouristen. Sie sind Lebewesen mit eigenem Charakter, eigenen Bedürfnissen und eigenen Grenzen.
Tierwohl ist für uns keine Marketingfloskel. Es bedeutet konkret: Wenn ein Tier nicht will, bleibt es auf der Weide. Wenn ein Tier krank ist, fällt der Termin aus. Wenn ein Tier Ruhe braucht, bekommt es Ruhe. Wir machen keine Ausnahme, weil jemand von weit her angereist ist.
Wir machen keine Ausnahme, weil eine Gruppe schon bezahlt hat. Die Tiere entscheiden. So einfach ist das.